Faktencheck
Energiewende 2017/2018

Klimaneutral bis 2050: Nachhaltiges Bauen als Schlüssel zum erfolgreichen Klimaschutz

Mythos

Im Gebäudebereich wurde ohnehin schon so viel Energie eingespart. Weitere Maßnahmen bringen wenig.

 

Fakten

Im Verhältnis zu anderen Bereichen wie Mobilität und Industrie gehört der Gebäudesektor zu jenen, die vergleichsweise einfach eine weitgehende Dekarbonisierung bis zum Jahr 2050 erreichen können. Kaum ein anderes Land baut derzeit mehr Wohnungen pro Kopf als Österreich – über 60.000 Wohnungen (inkl. An-, Auf- und Umbauten) werden aktuell jährlich bewilligt. Der energetische Endenergieverbrauch ist höher als noch 1990. Der Gebäudebereich ist noch weit davon entfernt, „klimaneutral“ zu sein.

ENDENERGIEVERBRAUCH UND TREIBHAUSGASEMISSIONEN

im Gebäudebereich, Entwicklung 1990–2014

  • Energetischer Endverbrauch
  • Treibhausgasemissionen

Quellen: WIFO 2016, Umweltbundesamt 2016 und Statistik Austria 2015

Gebäudezuwachs in Österreich

1 Mio.
Anzahl der Gebäude in Österreich 1961

2,2 Mio.
Anzahl der Gebäude in Österreich 2011
Die Art und Weise, wie heutzutage gebaut wird, wird auch noch in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts die Treibhausgasbilanz beeinflussen. Im Verhältnis zu anderen Bereichen gilt der Gebäudesektor als einer, der vergleichsweise einfach eine weitgehende Dekarbonisierung bis 2050 erreichen kann. Der Gebäudesektor ist für etwa ein Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Heizen, Warmwasserbereitstellung und Kühlung benötigen erhebliche Mengen an Energie. In Österreich machen Raumwärme und Warmwasser (inkl. Klimatisierung) rund 27% des Endenergieverbrauchs aus. Trotz erster Klimaschutzerfolge in den vergangenen Jahren ist der Gebäudebereich bei Weitem noch nicht dabei, „klimaneutral“ im Sinne des Pariser Klimaabkommens zu werden. Österreich darf jetzt nicht auf halbem Wege stehen bleiben. Seit 1990 konnten die jährlichen Treibhausgasemissionen (Stand 2014) des Gebäudesektors in Österreich um mehr als ein Drittel verringert werden, der Endenergieverbrauch liegt jedoch noch über dem Niveau von 1990. Der Gebäude- und Wohnungsbestand in Österreich wächst seit 1961 linear und hat sich von 2,2 auf 4,4 Millionen Wohnungen im Jahr 2011 verdoppelt. Dies ist zum einen auf die steigende Bevölkerungszahl in Österreich und zum anderen auf die größere Nutzfläche pro Person zurückzuführen. Aufgrund der langfristigen Bauzyklen ist es wichtig, jetzt Maßnahmen in Richtung Nachhaltiges Bauen umzusetzen.