Faktencheck
Energiewende 2016/2017

Thermisch sanieren: Je früher wir beginnen, desto günstiger wird es

Mythos

Die thermische Sanierung ist teuer und bringt nichts.

 

Fakten

Rund drei Viertel der Gebäude in Österreich wurden vor 1990 errichtet. Circa 60% gelten aus energetischer Sicht als sanierungsbedürftig. Sanierungsmaßnahmen bringen neben dem Klimaschutz zahlreiche positive Effekte: für die Wohnqualität, die Werterhaltung der Immobilie, die Gesundheit der Bewohner und nicht zuletzt reduzieren sie die Betriebskosten der Haushalte.

WOHNGEBÄUDE IN ÖSTERREICH

nach Bauperiode

Über 60% des aktuellen Gebäudebestands (Wohngebäude) wurde vor 1980 errichtet. Ein hoher Anteil davon hat hohen thermischen Sanierungsbedarf

Quelle: Statistik Austria 2015

Heizwärmebedarf im Vergleich

115–250 kWh/m2a
im durchschnittlichen Altbestand

26–60 kWh/m2a
Niedrigenergiehaus (aktueller Baustandard)

<10 kWh/m2a
Passivhaus nach OIB-Richtlinie 6
Immer noch wird zu viel Energie im Gebäudebereich verschwendet. Die Hälfte des Endenergieeinsatzes geht durch geringe Qualität der Gebäudehülle verloren. Thermische Sanierungen sind nachgewiesenermaßen sehr effektiv. Sie führen sofort und direkt zu einer Reduktion des Treibhausgasausstoßes. Über 60% des aktuellen Gebäudebestands (Wohngebäude) wurden vor 1980 errichtet. Ein hoher Anteil davon hat hohen thermischen Sanierungsbedarf. Die Energieeffizienzpotenziale in diesem Segment sind insbesondere wegen der bislang niedrigen Sanierungsraten, aber auch wegen des relativ hohen spezifischen Heizwärmebedarfs pro Einheit, hoch. Mit Ende der 70er-Jahre wurden erste Schritte in Richtung Effizienzverbesserung bei Neubauten gesetzt, ab 1990 und insbesondere ab 2000 kam es durch Bauvorschriften zu einer deutlichen Verbesserung der Energiestandards. Je früher damit begonnen wird, den Gebäudebestand energetisch zu sanieren und mit erneuerbaren Energien zu versorgen, desto günstiger wird es – für uns und für das Klima. Hierbei sind vor allem die Lebensdauer eines Gebäudes sowie die Entwicklung der Energiekosten in Betracht zu ziehen.

Die Preise für Öl und Gas sind instabil und kaum prognostizierbar. Daher bedeutet die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern auch Unabhängigkeit von den stark schwankenden Öl- und Gaspreisen. Auch aus sozialen Gründen sind daher Investitionen in besseren Wärmeschutz sinnvoll.